Monthly Archive for Juni, 2009

Gedanken zum Tod von Michael Jackson

Hallo Leute,

knappe 20 Stunden ist er “schon” tot, begreifen können es wahrscheinlich immer noch nur die Wenigsten. Und die, die es begreifen können, sind wohl diejenigen, die eh nicht viel für Michael Jackson übrig haben. Ganz ehrlich? Auch ich war nie ein Fanat, nie jemand, der unzählige Jacko-Poster in seinem Zimmer hängen hatte. Und doch hat der King of Pop meine musikalische Sozialisation entscheidend mitgeprägt.

Der Kerl hat Rekorde für die Ewigkeit aufgestellt. Keiner wird es bei den heutigen Verkaufszahlen jemals auch nur annähernd schaffen, an die 100 Mio. verkauften Einheiten von “Thriller” heranzukommen, jenem Album, das die Musikgeschichte völlig auf den Kopf stellte. MJ hat viel für die Musik getan, insbesondere auch für unsere, für Black Music, für Rap. Er hat einen wesentlichen Anteil daran, dass schwarze Musik erst salonfähig wurde. Leider hat er diesen Erfolg, für den wir ihm eigentlich unendlich dankbar sein müssten, mit seinem Leben bezahlt.

Eine Kindheit hatte er nie. Er wurde von seinem Vater schon in frühster Kindheit gedrillt, um mit vier seiner Brüder möglichst viel Geld nach Hause zu bringen, die Existenz zu sichern. Und den Ehrgeiz seines Vaters zu befriedigen, die Träume zu verwirklichen, die sich Jackson senior nie erfüllen konnte / wollte / whatever.

Seine fehlende Kindheit wollte und musste Jacko anderweitig kompensieren, Stichwort Neverland. Weil er nie Kind sein durfte, wollte er diese Zeit nachholen. Dabei heraus kamen lediglich Mißbrauchsvorwürfe, Gerichtsprozesse, Imageschäden, Selbstverstümmelungen, Krankheiten, weitere Operationen – das volle Programm. Um Musik, sind wir ehrlich, ging es seit Mitte der 90er selten, wenn in den Medien von Jacko die Rede war.

Jetzt ist er von uns gegangen, und die ganze Welt trauert mit seiner Familie, auch die Medien. Er wird uns als großartiger Künstler in Erinnerung bleiben, der in seinem Leben sicherlich vieles verkehrt, aber auch unendlich viel richtig gemacht hat. Er hat uns Musik geschenkt, die in vielerlei Hinsicht wegweisend war. Er hat mehr oder weniger sein Leben geopfert, um uns großartige Musik zu schenken. Klar, er hat dadurch gut verdient, aber was ist Geld wert, wenn man einsam ist?

Uri Geller, einer seiner besten Freunde, fragte Jackson, ob er einsam sei. Jacko überlegte fünf Sekunden. _Sehr_ einsam sei er, war die Antwort. Seit fast 20 Stunden ist Jacko, und da bin ich ziemlich sicher, nicht mehr einsam. Ruhe in Frieden, King of Pop.

Apropos: Wie lauten eure drei Lieblingssongs von Michael Jackson?

Hier die, die mir spontan als erstes einfallen:

1. Give in to me
2. Thriller
3. Don’t stop ’til you get enough

Beste Grüße,
Donato