Wo auch immer

Hallo Leute,

nehmen wir für einen kurzen Moment an, der Weg sei tatsächlich das Ziel. Im Umkehrschluss müsste das ja bedeuten, wir wären alle längst “angekommen” – wo auch immer. Und doch bemerke ich Eigenarten an mir, die dagegen sprechen. Viele davon gebe ich bereitwillig zu. Ungeduldig bin ich, okay. Schnell reizbar, ja, auch in diesem Punkt bekenne ich mich schuldig. Unzufriedenheit als chronisches Lebensmotto, meinetwegen auch das. Aber spätestens jetzt werdet ihr mir Recht geben: Nach einem “Angekommenen” klingt das nicht. Vielleicht ist ja nur das Navi im Eimer.

Überhaupt klingt “angekommen sein” irgendwie nach Altersheim, oder, etwas weniger ironisch, wie ein spiritueller Müßiggang zur inneren Mitte. Ich kenne dieses Gefühl des “Angekommenseins” nicht. Wahrscheinlich ist man gerade dann “angekommen”, wenn man am wenigsten darüber nachdenkt, ob man es ist. Während ich etwa Musik mache, könnte meine Umwelt mir ganz easy ein X für ein U vormachen oder meinetwegen auch explodieren – ich würde es nur am Rande mitbekommen. Möglich, dass ich so reizbar, so unzufrieden, so ungeduldig bin, weil ich seit längerem – ach, ist das lang her – nicht mehr geschrieben habe. Worüber auch immer.

Wo wir gerade beim Heimkommen und Musik und so sind: Die neue “Wir sind Helden”-Platte schimpft sich “Bring mich nach Hause” und hat einen Titeltrack, der einem die Schuhe auszieht (aber hoffentlich nur Zuhause – bei dem Wetter will man nicht in Socken auffe Straße rumrennen). Das werden viele von euch nicht verstehen, aber ich find’ die Band echt groß. Ich zitiere mal kurz aus dem Song, weil’s so erschreckend gut passt, zu dieser, naja, erschöpfenden und nicht zu bändigenden Rastlosigkeit, in der man sich so schön verrennen kann:

“Ich will nach Hause,
ich bin schon zu weit hier draußen.
Komm und trag mich, schlag’ mich nieder,
ich bin nicht still genug.”

Apropos: Viele einstige Kommilitionen (mich übrigens eingeschlossen) ziehen gerade um, etwa weil ihr Studium zu Ende geht und die weite Arbeitswelt ruft. In Einzelfällen geht’s auch weit entfernt auf andere Kontinente. Das wär’ echt nichts für mich, glaube ich. Umso mehr wünsche ich den einstigen Wegbegleitern an dieser Stelle alles Gute in ihrem alten oder neuen Zuhause – wo auch immer.

Bis demnächst,
Donato

Die Ruhe vor der Ruhe

Hallo Leute,

eine Runde Mitleid, bitte. Geht auf mich. Ich bin momentan so müde, eigentlich müsste ich mich wundern, dass ich diesen Blog-Eintrag auf die Kette, äh, in die Tastatur gehämmert kriege. Aber muss ja. Schließlich habe ich mich lange nicht mehr bei euch gemeldet. Woran das liegt? Nun, wirklich Berichtenswertes passiert in meinem (musikalischen) Leben momentan nicht. Abgesehen vielleicht von einem Release, das am Freitag, 16. Juli, rauskam, auf dem ich vertreten bin: Ein gewisser Faz (nicht verwandt oder verschwägert mit der gleichnamigen Tageszeitung) veröffentlichte sein Album “Für alle Zeit”, auf dem ihr “Puls deiner Stadt” mit mir und Franksta’ findet. Manche kennen den Song vielleicht bereits als Remix vom Inflabluntahz-Album.

Eine Kaufempfehlung kann ich derweil nicht wirklich aussprechen. Grund: Man hielt es nicht für nötig, mich a) zu informieren, dass das Album + der Song erscheint. Sprich, ich bin zufällig drauf gestoßen. Und b) hielt es niemand für nötig, mir das Album zuzuschicken. Beides zeigt mir: Features machen lohnt sich nicht. No disrespect, aber das geht einfach nicht. Es kommt aber leider immer wieder vor. Insofern hält sich mein Bedürfnis nach Kollaborationen momentan in Grenzen. Vielleicht versteht das wer. Wenn nicht, auch nicht so schlimm.

Kürzlich waren ich und Inferno in Wetter / Ruhr. War ein geiler Tag: Deutschland hatte Argentinien wenige Stunden zuvor mit 4:0 aus dem Stadion gefegt, Creutzfeld & Jakob und Terence Chill haben vor uns die Hütte abgerissen, und dann haben wir ein paar Menschen glücklich machen dürfen. War nice. Aber ehrlichgesagt: So richtig Bock macht es nicht mehr, die alten Gassenhauer aus MLS-Tagen rauszufeuern. Zeit also für neue Taten.

Aber erstmal den ganzen Rest erledigen. Studium irgendwie fertig bringen. Viel arbeiten. Und dann Ruhe. Viel Ruhe. Noch mehr Ruhe. Die Ruhe vor der Ruhe quasi. Ein paar Arztbesuche wären auch nicht verkehrt. Und dann, ja dann greife ich wieder an. Vielleicht.

In diesem Sinne,
Donato

Das Phänomen Lena Meyer-Landrut

Es ist nicht einfach, sie nicht zu lieben. Wobei „lieben“ ein sehr großes Wort ist für eine Person, die man nur aus dem Fernsehen kennt. Aus dem Kollektivgedächtnis der Deutschen ist Lena Meyer-Landrut jedenfalls nicht mehr wegzudenken. Nur bei Microsoft scheint man geschlafen zu haben: Mein Wörterbuch in Word würde aus dem zweiten Teil ihres Nachnamens gerne „Landrat“ machen. Typisch deutsch.

Individualität erwünscht

Die Unwissenheit meines Programms liegt ausnahmsweise nicht an bequemen Entwicklern aus Redmond, sondern an der Schnelllebigkeit des Showgeschäfts. Noch Ende Januar kannte niemand dieses damals 18-jährige Mädchen, das sich gleich mit ihrem ersten Auftritt bei „Unser Star für Oslo“, der Castingshow von Stefan Raab respektive Pro7 und ARD, in die Seelen der Zuschauer sang. Die Frage, die ich mir seither stelle ist: Warum scheinen die „richtigen“ Talente zu Raab zu gehen und nicht zu Bohlen, dem selbsternannten Onkel? Die Antwort ist schnell gefunden: Bei Raabs Sendungen geht es um Musik, Individualität ist zudem ausdrücklich gewünscht – weg vom Gleichgeschalteten der Wettbewerber, den Fokus weg von Äußerlichkeiten.

Der Zufall wollte es so

Auffällig: Während die vergangene DSDS-Staffel und ihre Berichterstattung ständig um die Skandälchen seiner Protagonisten kreiste wie eine Fliegenarmada um Analextrakte, verschwanden die zwischenzeitlich „aufgedeckten“ Ausflüge von Lena-Meyer Landrut in die Unterschichtenunterhaltung ungewöhnlich schnell aus den Medien – nein, aus diesem einen Medium –, und auch aus dem Bewusstsein der Deutschen. Im Vordergrund stand immer die Musik und sie als die „andere“ Sängerin, die vor allem für die Medien längst nicht so einfach handhabbar ist wie ihre glattgebügelten „Kollegen“, die dem RTL-Format zwar entsprangen, aber niemals entwachsen konnten. Meyer-Landrut, die bei DSDS wahrscheinlich nicht mal die Mottoshows erreicht hätte und auch eher zufällig bei „USFO“ landete, hat ihren eigenen Kopf. Und scheint vor allem auf der Bühne in eine eigene Welt abzudriften.

Freiheit ist (k)ein Ort

Der Grund, warum Millionen Deutsche derart euphorisiert oder verzaubert sind beim Anblick der 19-Jährigen? Vielleicht, weil sie sich selbst in diese Traumwelt sehnen, fernab von jeglicher Normalität und vor allem der Angepasstheit, die uns anerzogen worden ist. Lena Meyer-Landrut scheint den riesigen und kaum greifbaren Begriff „Freiheit“ tatsächlich zu leben. Zumindest auf der Bühne, dem einzigen Ort, an dem wir sie kennen und kennen dürfen.

Geduld

Wenn man so durch Musik-Foren zieht, liest man ständig Sätze wie: “Wann kommt denn endlich das neue Album von X?” Oder, in Jahreswechsel-Threads gern gebracht: “Ich freue mich auf ein neues Album von Y!” Merkwürdig, dabei hat Y im (tatsächlich oft existierenden) Zweifelsfall erst vor anderthalb Monaten seine brandneue LP unters downloadende Volk gebracht. Musik als Minutengut, als Wegwerfprodukt. Soweit nichts neues, eigentlich.

Die FF-Taste klemmt

Auch keine sonderlich neue Erkenntnis, dass die Welt (gefühlt) immer schnelllebiger wird. Das merke ich nicht zuletzt auch an mir selbst: Dass ich vor fünf Monaten mein aktuelles Album rausgebracht habe, scheint mir mittlerweile eine halbe Ewigkeit her zu sein. Die Zeit zum letzten Track noch viel länger. Der Stift spuckt nicht mehr. Er zittert nur noch. Genau wie ich.

Aus der Balance

Ich bin auf einem Konzert. Noch vor dem Auftritt des Support-Acts hoffe ich auf ein möglichst kurzes Set des Headliners, obwohl ich seinetwegen die 30 Euro für die Eintrittskarte gelatzt habe. Während des Gigs schaue ich ständig auf die Uhr – lange kann es ja nicht mehr dauern, bis ich hier rauskomme. Selbiges Phänomen stelle ich immer öfter auch im Kino oder beim Schauen einer Blu-ray fest. Nichts geht schnell genug – manches wiederum ist zu schnell vorbei. Uns ist die goldene Mitte, der eigentliche Ursprungszustand, abhanden gekommen.

Mythos Vorfreude

Wen hat er noch nicht genervt, dieser selten dämliche Ausspruch “Vorfreude ist die schönste Freude”? Aus meiner Sicht ein zwiespältiger, schon in der internetfreien Kindheit nerviger Satz. Das gilt heute umso mehr, bedenkt man, dass die Vorfreude immer mehr zur unabdingbaren Qual, dem zwingenden Übel gerät im Zeitalter des Alles-sofort-haben-könnens. Wir sind ja online. Wir haben’s ja. Alles. Und wenn es sein muss, sofort, je nach Geschwindigkeit der DSL-Leitung jedenfalls. Paradox, dass selbst der Download nicht schnell genug geht, wo wir doch früher Stunden brauchten, um in die Läden zu fahren, den Kram zu suchen, zu bezahlen und die manchmal gar nicht so kurze Heimreise anzutreten.

Der Zwang nach Neuem

Unsere Ungeduld haben wir uns mehr oder minder mühsam antrainieren müssen. Nachrichten erreichen uns immer schneller, sei es durch Twitter, Facebook, Bild.de-Laufschrift oder was auch immer. Wir ballern uns freiwillig derart zu, dass jede ruhige Minute Unsicherheit schürt. Der Zwang nach Information. Wenn wir heute eine Mail oder eine SMS schicken (wobei selbst letzteres nicht mehr schnell genug geht, weil das Eintippen je nach Mobiltelefon zu lange dauert), wollen wir binnen Minuten Antworten haben. Wir sind gar nicht mehr in der Lage, Verzögerungen – aus welchen Gründen sie auch immer zustande gekommen sein mögen – zu akzeptieren. Wir können nicht mehr. Unsere Geduld ist am Ende.

Donato veröffentlicht Brainstorming 2.0

Lange Zeit war es still um künftige Projekte des Dortmunder Vorzeigespuckers, jetzt kommt die Katze aus dem Sack: Donato arbeitet derzeit fieberhaft an “Brainstorming 2.0″, dem Nachfolger der mittlerweile fünf Jahre alten und ultrabeliebten Feature-EP “Brainstorming” (HIER DOWNLOADEN) macht derzeit gar nichts – im musikalischen Kontext. Nach dem großen Erfolg mit seinem zweiten Album “Angst” wird Donato sein neues Projekt erstmals über ein Majorlabel veröffentlichen können. Da die Verträge noch nicht unterschrieben sind, kann die neue Labelheimat noch nicht offiziell bekannt gegeben werden.

Anders sieht das bei den Gästen aus, die weitgehend feststehen: Über seinen alten Brother from another Mother Screwaholic stellte Donato den Kontakt zu Bushido her, der gleich auf zwei Songs vertreten sein wird. Zu den weiteren Gästen zählen neben Bushido unter anderem Massiv, Fler, Curse, Kool Savas, Azad, Silbermond, Too Strong, Alicia Keys, Joy Denalane, Der Wolf, Tic Tac Toe, Max Herre sowie Marianne Rosenberg.

Brainstorming 2.0 wird in einer Limited Edition erscheinen, die eine Bonus-CD mit dem ersten Teil der Serie enthalten wird. In einer dritten Edition sind drei CDs enthalten: Neben den beiden vorhergenannten wird auch eine Remix-CD veröffentlicht, die komplett von der französischen Gothic-Band Dark Sankt-Nimmerleins-Day eingespielt worden ist.

Ein Releasedate steht noch nicht fest, Donato peilt jedoch den 1. April 2011 an.

Lewis Holtby im Portrait

Kugelsicher

Als sich nach seinem gelungenen Einstand beim VfL Bochum 1848 alles auf ihn stürzte, sprach Lewis Holtby Klartext. Er möchte nicht nur über sich reden, schließlich spiele er kein Tennis. Auch nicht für dieses Portrait. Vielmehr nimmt er es mit drei Kugeln auf – und fordert einen sechsfachen Europameister heraus, der für den erfolgreichsten Sportverein Bochums reihenweise Titel einfährt.

Ein gutes Dutzend Schaulustiger hat sich in Bochum-Weitmar eingefunden, um den Senkrechtstarter in Augenschein zu nehmen. Lewis Holtby trifft gerade an der vielleicht bedeutsamsten Stätte des deutschen Billards ein, denn der DBC gilt als der FC Bayern des Karambolsports. Vielmehr noch: Die Weitmarer standen in der Vorsaison im Finale der Champions League. 20 deutsche Meisterschaften hat der Verein gewonnen, die Einzeltitel der Spieler kann längst niemand mehr zählen. Eines der Aushängeschilder ist Fabian Blondeel. Der 44-Jährige bringt es unter anderem auf sechs EM-Titel und zwei WM-Triumphe im Mannschaftswettbewerb. Für Holtby eine willkommene Herausforderung.

„Mit Christoph Moritz habe ich mir beim Poolbillard heiße Duelle geliefert“, plaudert Lewis schnell aus dem Nähkästchen. „Wir hatten auf Schalke einen Billardtisch, den wir zwischen den Einheiten gerne aufgesucht haben.“ Glauben wir ihm sofort – auch wenn heute Karambol, eine Billard-Variante mit drei Kugeln und ohne Löcher im Tisch, auf dem Programm steht. Nur korrigierend greift der sechsfache Europameister Fabian Blondeel ein, der dem 25 Jahre jüngeren Fußballer gerade das fachgerechte Kreiden der Queuespitze zeigt. Dann geht es weiter: Gezeigt bekommt Lewis jetzt den Nachläufer, „ein Stoß, bei dem der Spielball dem Zielball nach der Karambolage noch eine gewisse Distanz folgt“, wie es im Lexikon heißt. Der 19-Jährige braucht zunächst etwas, bis die Kugeln wie an der Schnur gezogen ihre erhoffte Fährte einschlagen. „Schlecht gekreidet oder mangelndes Talent?“, will der Mittelfeldspieler wissen, doch Blondeel beschwichtigt: „Nein, Talent ist vorhanden – kein Zweifel!“

Von Null auf Hundert

Fußballfans würden das blind unterschreiben. In geradezu rasantem Tempo avancierte der gebürtige Erkelenzer vom verkannten Talent zum Hoffnungsträger eines ganzen Vereines. Ende 2007 feierte Holtby als 17-Jähriger bei Alemannia Aachen sein Debüt im bezahlten Fußball, nachdem er in der Jugend von Borussia Mönchengladbach noch durchs Raster fiel. Seiner Karriere sollte diese Abfuhr nicht schaden: Nur wenige Jahre danach buhlte ein gutes Dutzend ambitionierter Bundesliga-Vereine um die Dienste des kreativen Mittelfeldspielers, der die Alemannia mit acht Toren und zehn Vorlagen in der vergangenen Spielzeit auf den undankbaren vierten Platz führte. Zu wenig für Holtby, den es in die Beletage des deutschen Fußballs zog. Nach zähem Ringen bekam der FC Schalke 04 den Zuschlag.

„Unglaublich“, blickt Lewis auf die vergangenen zweieinhalb Jahre zurück, „bisher ist meine Karriere das Abenteuer schlechthin. Ich genieße jeden Tag, an dem ich das erleben darf.“ Auch auf internationaler Bühne durfte Holtby sich austoben, als er mit der deutschen U20 bei der Weltmeisterschaft in Ägypten 2009 erst im Viertelfinale nach Verlängerung an Brasilien scheiterte. Und das trotz des Führungstreffers von Holtby, der kurz vor dem Turnier als bester deutscher Nachwuchsspieler mit der Fritz-Walter-Medaille ausgezeichnet worden war. Damit befindet er sich in illustrer Gesellschaft, denn vor ihm durften sich unter anderem Toni Kroos, Benedikt Höwedes, Dennis Diekmeyer oder Marko Marin diese Auszeichnung umhängen lassen. „Auf der Internetseite des DFB habe ich oft sehen müssen, dass ich nicht nominiert worden bin. Das hat mich noch mehr angespornt“, so Lewis, der für Deutschland erstmals in der U18 auflief. „Die Medaille zeigt mir, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat. Trotzdem“, und dieser Nachsatz ist charakteristisch für den bodenständigen Holtby, „wäre ich ohne meine Mannschaftskollegen nicht da, wo ich heute bin.“

Viel mehr als nur Glück

Gutes Stichwort. Nach wie vor lauscht Lewis gespannt den Ausführungen von Fabian Blondeel, dem sechsfachen Europameister. Als trickreicher Mittelfeldwuseler will Holtby natürlich auch am Billardtisch glänzen, deshalb soll Blondeel ihm etwas aus der Trickkiste beibringen. Der 44-jährige platziert ein Münzstück auf der Kante und stellt ein handelsübliches Wasserglas dahinter auf den Rahmen des Tisches. Durch einen gezielten Stoß soll die Kugel so an die Bande gespielt werden, dass die Münze von der Kante ins Glas hüpft. Lewis soll vorlegen, bleibt in seinen ersten beiden Versuchen jedoch glücklos. „Machen Sie das mal vor“, bittet der 19-Jährige den begeisterten VfL-Anhänger Blondeel, „vielleicht geht das ja gar nicht!“. Tatsächlich tritt der allseits gefürchtete Vorführeffekt ein, denn auch der Europameister müht sich vergeblich. Während manch anderer jetzt aufgegeben hätte, packt Holtby jetzt endgültig der Ehrgeiz. Er setzt zum neuerlichen Versuch an. Kugel und Ziel scharf anvisiert, das Queue mit voller Kraft nach vorne geschoben und – Volltreffer!

Mit seinem Wechsel zum VfL traf Holtby ebenfalls voll ins Schwarze. Im Wunderland wähnte sich der 19-Jährige nach seinem Debüt gegen Leverkusen, weil er endlich wieder über die volle Distanz gehen durfte und sich überhaupt sehr gut fühlt beim VfL. „Ich bin in einer guten Phase hergekommen. Es läuft sehr ordentlich bei uns“, weiß Holtby. „Das hat meine Integration zusätzlich vereinfacht.“ Der Wechsel des ballsicheren – heute besser kugelsicheren – Jungtalentes löste mancherorts Erstaunen aus. Ob der Transfer nicht ein Rückschritt sei? Lewis entkräftet vehement: „Nein! Ich habe nicht einen Schritt zurück, sondern drei nach vorn gemacht.“ Mit Heiko Herrlich trifft Lewis Holtby beim VfL indes auf einen seiner größten Förderer aus DFB-Zeiten. „Der Trainer hat mir bei der Junioren-Nationalmannschaft immer wieder neues Selbstvertrauen gegeben und großen Anteil an meinem Aufschwung“, weiß Holtby, der beim Aufzählen der Vorzüge unseres Trainers geradezu ins Schwärmen gerät. „Er hat die richtige Mischung zwischen Ernsthaftigkeit und Spaß, sein taktisches Repertoire ist riesengroß. Ich habe gehörigen Respekt vor ihm.“

Familie als Gegengewicht

Den hat er natürlich auch vor seinen Eltern. Unter der Leitung von Mutter und Vater jagte Lewis bei seinem ersten Verein Grün-Weiß Sparta Gerderath dem Leder hinterher. Später nahmen sie Fahrten von mehreren hundert Kilometern in Kauf, um ihren Sprössling zum Training oder zu den Spielen zu begleiten. „Meinen Eltern bin ich unendlich dankbar. Ohne sie hätte ich es nie geschafft“, schickt der sympathische Rheinländer ein großes Dankeschön nach Gerderath. „Sie, meine Freunde, meine Freundin – alle helfen mir, das Gleichgewicht zwischen Fußball und Realität zu halten.“

Auch beim Billard will der Gleichgewichtssinn geschult sein. Mit den Knien hockt Lewis auf der Bande und versucht, sich mit steil angewinkeltem Queue aus der spielerischen Umklammerung zu befreien. Für den Youngster ausnahmsweise eine kaum zu lösende Aufgabe. Wenige Millimeter reichen, um den Stoß hoffnungslos zu versemmeln. Am Ende hat es nicht ganz geklappt, insgesamt aber hat Lewis sich hervorragend verkauft. Das bescheinigen ihm auch seine Trainer, zu denen sich neben Fabian Blondeel mit Thomas Nockemann zwischenzeitlich ein weiterer Europameister gesellt hat. Christoph Moritz sollte sich schon mal warm anziehen.

Erschienen in “Mein VfL”, Ausgabe 13, Saison 2009/10.

Donato & Inferno79 live im Bahnhof Langendreer

Am Freitag, 26. März, sind Donato und Inferno79 (oder Inferno.79, je nach dem, auf welche Schreibweise er sich jetzt mit sich selbst geeinigt hat) live zu sehen. Endlich mal wieder. Wo? Im Bahnhof Langendreer, Bochum. Und zwar im Vorprogramm von Havoc (Mobb Deep). Freude groß. Wir werden an die zehn Songs spielen, darunter auch drei aus meinem aktuellen Album “Angst”. Ansonsten natürlich auch Stuff aus M-L-S und anderen Exklushit, der sich so angesammelt hat. Also: Be there! Alle weiteren Infos rechts im Flyer.

Back in the Days: 2007

An dieser Stelle lasse ich in unregelmäßigen Abständen ein zufällig unzufällig ausgewähltes Jahr Revue passieren – und zwar in Form einer Playlist. Wir starten mit 2007. Ein Jahr der eher ruhigeren Momente, wie die folgende Songauswahl zeigt.

Coldplay – Don’t Panic
Der erste Song meines damals tatsächlich in ähnlicher Reihenfolge aufgenommenen Tapes war auch der Startschuss zu einer Weltkarriere. “Don’t Panic” leitet die “Parachutes”-LP und damit das erste Album der Band überhaupt ein. Wundervoll, auch weil es wundervoll kurz ist. Kann man deshalb sehr oft hintereinander hören, bevor es zum nächsten Song geht. Der da wäre…

Jamie Cullum – London Skies
Irgendwann stolperte ich über “Catching Tales”, das ich für knappe 5 EUR einfach mal mitnahm. Weil ich nicht wirklich wusste, was mich erwartete, lag das Album erstmal zwei Jahre ungehört rum. Als ich dann doch reinhörte, blieb ich bei “London Skies” hängen, einem der unjazzigeren Stücke der LP. Zugleich eine ungewöhnliche Liebeserklärung an London. Hat einen schön melancholischen Touch, und auch das ist eher ungewöhnlich für den “Robbie Williams des Jazz”, wie er in Großbritannien mal getauft wurde.

Maxïmo Park – Books From Boxes
Wieder was aus England, genauer gesagt aus Newcastle. Musik zum Ausrasten. Für schöne, engere, intimere Clubs. Steht ihnen jedenfalls besser als die großen Bühnen, finde ich. Books from Boxes versetzt mich sofort in eine einzigartige Stimmung. So ‘ne Mischung aus Aufbruch und Besonnenheit, aus fortwollen und angekommen sein. Geht auf Partys ganz gut, aber nicht auf dem Höhepunkt. Eher auf dem Weg dorthin.

Feist – I Feel It All
Ich wurde ziemlich schräg angestarrt, als ich den Kram mal öffentlich vorgeführt habe. Ein paar Monate später hatten sie es alle auf ihren iPods – was nicht zuletzt auch an “1234″ lag, dem Song, der 2007 in der iPod Nano-Werbung auftauchte. Jedenfalls ganz eigener Sound, den Leslie Feist da schustert. Es ist kein Rock, kein Folk, kein Pop, kein Punk – vielleicht aber eine Mischung aus all diesen Elementen. Die Vocals sind wahnsinnig eigenständig gemixt, sehr zeitlos. Hoher Wiedererkennungswert, das alles. Grandios.

Nada Surf – Beautiful Beat
Ich habe heute noch einen Tinitus, wenn ich mir das Konzert in Köln vor Ohren halte. Es war wahnsinnig laut. Dabei beherrschen Nada Surf aus New York auch die ruhigeren Töne. Mittlerweile gibt es kaum eine TV-Serie, die sich nicht aus ihrem Fundus bedient hätte, sei es How i met your mother, OC California oder One Tree Hill. Auch deutsche Filmemacher unterlegen melancholische Momente gerne mit dem Sound der dreiköpfigen Band um Frontmann Matthew Caws. Dufter Typ.

Damien Rice – Cannonball
Für mich der unumstrittene König im Singer-/Songerwriterbereich. Aufmerksam auf den Iren geworden bin ich erst Ende 2006 – das hatte immerhin den Vorteil, dass ich mir sofort beide Studioalben holen konnte, da sein zweites gerade erschienen war. Auch groß der Mitschnitt eines Konzertes, das er in der Union Chapel gespielt hat. In GB ist vor kurzem ein zweites Livealbum rausgekommen. Und noch wat ausm Nähkästchen: Meine Lyrics zu “Seelenfrieden” habe ich urspünglich auf “Volcano” geschrieben.

Kate Nash – Mouthwash
Diese britische Aussprache ist total sexy. Kate Nash kommt aus London und macht ganz grob gesagt moderne Singer-/Songwriter-Mucke. Wenn ich mich nicht völlig irre, ist sie eine der Ersten aus der “Ich-kleines-Vöglein-mach’-mir-’nen-MySpace-Account-und-starte-eine-Weltkarriere”-Gilde. Für die Karriere hat sie mit ihren 22 Lenzen noch viel Zeit. Demnächst kommt ihr zweites Album raus.

Snow Patrol – You Could Be Happy
Massenkompatibler kann man melancholischen Sound gar nicht machen als die Briten von Snow Patrol. Seit 1994 sind die schon unterwegs, hauchzarte Aufmerksamkeit hatte Deutschland erst zehn Jahre später für sie übrig (“Run”). Der Durchbruch kam mit “Chasing Cars” im WM-Jahr 2006. Geht beides nicht immer, da einfach sehr schwülstig. Trotzdem grandiose Songs. Punkt.

Incubus – Dig
Eine Granate von Song. Wirklich. Alleine der Text schon. Habe damals oft das Booklet rausgekramt und die Lyrics mitgelesen, weil… ja weil man das manchmal eben so macht. Mehr muss man dazu auch gar nicht sagen. Groß.

Amy Winehouse – You Know I’m No Good
Viele Worte muss man nicht über Amy Wein-, Kokain und Haschisch-Haus verlieren, das lest ihr jeden zweiten Tag in der Zeitung mit den vier Buchstaben. Neeeein, liest natürlich nieeemand von euch, is’ klar. “You Know I’m No Good” beamt mich immer zurück in die 70s, wobei ich gar nicht beurteilen kann, wie es da war. Die Verknüpfung kommt so ein bisschen vom Baader-Meinhof-Komplex, den ich oft zufällig las, wenn ich den Song hörte. Bevor ich aber zu sehr abweiche, weiche ich lieber zum nächsten Song.

Foo Fighters – Miracle
Ein besetztes Gebäude im Jahr 2007. Tiefenentspannt nippel’ ich an irgendeinem alkoholischen Getränk und frage, was da im Hintergrund läuft. Antwort: Foo Fighters. Was? Ahso, die können auch ruhig. Mit Streichern und den ganzen Kram. Die zweite CD von “In Your Honor” ist jedenfalls eine Perle. Mein absoluter Favorit trägt den Titel “Miracle” und hat – Achtung, vielleicht selbst für den Insider zu insidig! – nichts mit meinen Genitalien zu tun.

OneRepublic – Won’t Stop
Streibar, ob man öffentlich zugeben darf, OneRepublic zu hören. Ich darf. Timbaland hat einer Band weltweit zu Ruhm verholfen, die man bitte wirklich nicht (nur) nach “Apologize” beurteilen sollte. Die Amis machen gute, handgemachte und sphärische Softrock-Scheiße, die einen wegbeamen kann – wenn man sich drauf einlässt. Schade, dass das Nachfolgealbum “Waking up” weniger solcher Momente aufzubieten hat. Demnächst werde ich mir anschauen können, was die live so zu bieten haben.

Richard Ashcroft – I Get My Beat
Der Typ hat mit “The Verve” Musikgeschichte geschrieben. Ich muss aber ehrlich sagen, dass mir seine Solosachen mehr liegen. Auf der anderen Seite basieren einige Songs von “Alone with everybody” angeblich auf Demomaterial eines Verve-Albums. Der 6-Minuten-Hammer “I Get My Beat” ist von vorne bis hinten großartig arrangiert.

Alicia Keys – Tell You Something (Nana’s Reprise)
Das Goldkehlchen mit den Goldfingern – zumindest, wenn sie am Piano sitzt. Alicia hat sich musikalisch wirklich krass entwickelt. Während die ersten beiden Alben noch recht roh und hiphoppig daherkamen, hat sie sich vor allem mit “As i Am” wahnsinnig stark in Richtung Weltstar entwickelt. Kaum ein Album ist so perfekt wie jenes, deshalb steht “Tell You Something” eher exemplarisch fürs Gesamtwerk. Besonders gut auch “Lesson Learned”, der John Mayer featured.

Colbie Caillat – Battle
Das nächste MySpace-Sternchen. Caillat macht Singer-/Songwriting-Mucke mit leichten Einschlägen aus Soul, Pop und Folk. Wenn ich nicht irre, hat sie es binnen drei Jahren von einer unbekannten Songwriterin auf MySpace zur mehrfachen Grammy-Gewinnerin gepackt. Schöner Lebenslauf – und ein schönes Gesamtpaket.

A Fine Frenzy – Near To You
“One Cell in the Sea” gehört zu den Alben, die einen regelrecht in einen Wald beamen können. Sehr pianolastiges Zeug, interessante Drumarangements, insgesamt einfach recht sphärisch. Sudol singt hier noch recht zurückhaltend, auf dem noch besseren Nachfolger “Bomb in a Birdcage” explodiert sie regelrecht. Beide Alben einfach nur brutal gut.

Tracy Chapman – 3,000 Miles
Du willst die Seele baumeln lassen? Hör’ Tracy Chapman. Einfach mal in Ruhe über alles nachdenken? Hör’ Tracy Chapman. Du willst eine der weltbesten Singer-/Songwriterinnen hören? Tracy Chapman. Du willst Party machen? Hör’ was anderes.

Robyn – With Every Heartbeat
Ich glaube, ich habe es an einem Tag geschafft, den Song fünfzig Mal zu hören. Und weil er so unglaublich geil ist, würde ich das heute auch noch hinbekommen, obwohl ich nicht mehr ganz so drauf bin wie zu jener Zeit. Verzweiflung in Reinkultur. Deshalb auch zitiert in “Zepter”: “Still I’m dying with every step I take…”

Herbert Grönemeyer – Marie
Hier könnte im Grunde jeder Song von Grönemeyer stehen. So wirklich weiß ich auch gar nicht mehr, warum ich an dem damals so hängengeblieben bin. Bei längerem Nachdenken kam mir zumindest die Idee, dass Marie ein ziemlich netter Name für möglichen Nachwuchs wäre.

Mika – Happy Ending
Mika gehört(e) für mich zu den nervigsten Typen, die so rumlaufen im Tonträgergeschäft. War mir eindeutig zu freaky. Vor allem die Singles nervten. Aber Happy Ending ist groß irgendwie. Eigentlich geht es hier um das Gegenteil eines Happy-Ends, aber Mr. Kopfstimme kriegt es selbst hier hin, etwas Frohsinn reinzubringen. Was man vom wirklich fantastischen Hiddentrack indes nicht mehr sagen kann…

Wir sind Helden – Lass uns verschwinden
Der letzte Song meines Tapes. Drückt ganz gut den Wunsch aus, abzuhauen und die anderen die anderen sein zu lassen. Schließt auch das meiner Meinung nach gelungene Album “Soundso” ab.

Laufzeit: 1:30:27 Stunden

Wie sah euer 2007 aus? Was habt ihr gehört? Kommentiert euch ‘nen Wolf!

Gegen das Vergessen

“Menschen ändern sich nie, nur der Ort und der Tag.” Schöner Satz. Aber was bedeutet er?

Ich bin gestern über alte Familienvideos gestolpert. Ihr wisst schon, diese Bänder die man macht, weil man glaubt, zeithistorisch relevante Ereignisse wie Geburtstage der Tante für die Nachwelt festhalten zu müssen. Ziemlich erstaunt nahm ich zur Kenntnis, dass sich ausser Ort und Tag eben auch die Menschen verändert haben. Manche sind mitterweile verstorben, viele andere sind fülliger geworden, und wirklich allen ist ihr fortgeschritteneres Alter anzumerken. Eine Erkenntnis, die verwirren kann. Ich jedenfalls saß gestern da und fragte mich erschrocken, wie es dem Zahn der Zeit möglich war, innerhalb der letzten 16 Jahre derart an uns zu nagen. Man selbst sieht so etwas nicht, man wächst ja quasi mit sich und seiner Umgebung mit.

Quervergleiche lassen sich nur ziehen, wenn man Fotos (oder eben jene Videos) aus früheren Tagen hat – und wenn man noch eine Bindung zu den Personen hat, um zwischen damals und heute vergleichen zu können. In anderen Fällen bleibt nur die eine Erinnerung. Momentan gefalle ich mir darin, die Vergangenheit zu verklären. Das ist keine bewusste Entscheidung, vielmehr so ‘ne Art Reflex, eine Reaktion auf einen schlechten Moment. In meinem Kopf ist noch nicht vorgedrungen, dass es mich nicht weiterbringt, diese Erinnerungen wie alte Familienvideos hervorzukramen . Denn während letztere konkret sind – einmal direkt vor Augen haben und danach wieder lange Jahre vergessen – schwirren anhaltslose Gedanken jahrelang ungefiltert im Kopf herum. Schreiben bringt da auch nix. Nein, ich kann nicht vergessen.

Möglicherweise ist das gut so. Es war ja nie _alles_ schlecht, im Gegenteil. Nur das Ende ist meistens scheiße, doch das kann man beim Schnitt ausblenden. Man verklärt. Und doch bleibt bei jedem neuerlichen Selbstbetrug dieses diffuse Gefühl, dass da etwas nicht stimmen könnte mit den eigenen Erinnerungen an bessere (?) Tage. Dieser Widerspruch macht es  schwierig zu vergessen. Vielleicht. Vielleicht ist es auch der Wunsch nach einem Signal, nach einem deutlichen Ende. Am besten im beiderseitigen Einvernehmen. Dabei könnte es schon jetzt kaum deutlicher sein. Bleibt nur die Frage, warum man dann nicht seinen Frieden damit schließen kann. Irgendwas muss da noch sein in diesem schwebenden Verfahren.

Die Suche geht also weiter. Der Versuch zu vergessen auch.

“Ich dacht’, die Last ist zu groß, dachte ich kann nix tun,
ich bin verbrannt an meiner eigenen Glut,
und hab gehofft, dass sie von selbst erlischt, dass ich jetzt älter bin
und merk’, dass ihr den Brand nicht legt, sondern dass ich es selber bin”

[Donato - "Neuer Tag" (unveröffentlicht und unvollendet)]

“Angst” feiert Geburtstag

Okay, die Ankündigung klingt ziemlich vollmundig. Ist eigentlich auch übertrieben, aber: “Angst” feiert heute Dreimonatiges. Mann, wie die Zeit vergeht. Deshalb erlaube ich mir einen sentimentalen Ausflug ins Nichts.

Mittlerweile ist das Album gut rumgekommen. Bedanken möchte ich mich insbesondere bei den Leuten, die es sich auf legalem Wege, sei es direkt bei Kopfhörer Recordings als CD, mit T-Shirt bei HHV.de, bei Saturn und Media Markt oder als Mp3 in den üblichen Stores, besorgt haben. Ihr seid der Grund, warum Kopfhörer Recordings mich (noch) nicht geschmissen hat. (Bei der Gelegenheit: Verkaufszahlen habe ich aktuell leider keine, sonst würde ich sie nach Absprache mit KHR hier bekannt geben. Vielleicht später.)

Neben dem Titelsong “Angst” scheint auch “Du fehlst” sehr gut bei euch anzukommen. Das freut mich. Kurios: Eigentlich war das einer der Streichkandidaten. Ich hatte irgendwie ein diffuses Gefühl dem Song gegenüber. Irgendwas hat da gestochen und gezerrt in meinem Kopf. Am Ende hat sich aber das Herz durchgesetzt. Gut so.

Kurz was zu meiner musikalischen Situation: Leider komme ich im Grunde seit fast einem Jahr nicht mehr dazu, etwas zu machen. Ich wollte auch gar nichts machen. Wahrscheinlich brauchte ich einfach Zeit nach dem Album jetzt. Langsam kommt die Lust zurück, aber ob, in welcher Form und wann nochmal was rauskommen wird, kann ich nicht sagen. Ich würde gerne raus aus den Standardschemen und suche noch nach Möglichkeiten, mich irgendwie auszutoben. Ich will mich nicht wiederholen, will auch etwas akustischer, einfach etwas musikalischer werden. Ich will mich neu definieren. Irgendwie. Mal schauen, wie ich das umsetzen kann. Es bleibt spannend.

Last but not least möchte ich vorsichtig auf mein vorerst letztes Lebenszeichen hinweisen: Am 26. März erscheint das neue Album der “Inflabluntahz”, bestehend aus Franksta und Nicoist. Dort werde ich einige Male drauf vertreten sein. Kauft das Ding, ich hatte es heute im Briefkasten und bin nicht enttäuscht worden. Und weil mein Seelenfreund so oft treffende Dinge sagt, möchte ich einen Satz aus seinen Shoutouts zitieren, weil er etwas auf den Punkt bringt, was mich seit vielen Monaten beschäftigt:

“Es steht soviel zwischen den Zeilen geschrieben und ich vermisse euch, egal was uns voneinander trennt. Ihr seid alle Teil von mir und von meiner Musik und dafür danke ich euch.”

In diesem Sinne: Peace.
Donato